Talking about Revolution

Über den Aufstand im Iran und die Erhebungen im Nahen Osten und Nordafrika
Diskussion und Buchvorstellung mit Alex Feuerherdt

Es war nicht nur ein Protest gegen gefälschte Wahlen, der sich da im Juni
2009 im Iran erhob, sondern ein massenhafter Aufstand, ja, eine
demokratische Revolutionsbewegung: Millionen hatten gründlich die Nase voll
von den Mullahs. Die „Islamische Republik“ geriet in die schwersten Krise
ihres Bestehens, der Machtapparat wurde in seinen Grundfesten erschüttert.
Selbst regimetreue Ajatollahs gingen auf Distanz zum obersten religiösen
Führer Khamenei und zu Präsident Ahmadinedschad, und die (vermeintlich)
unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mussawi und Karrubi traten im Zuge
der sich ständig dynamisierenden Krise mit Forderungen an die
Öffentlichkeit, deren Umsetzung nicht weniger bedeuten würde als das Ende
des islamischen Gottesstaates mit seiner Herrschaft des Bandenwesens.

Alex Feuerherdt wird in seinem Vortrag die Ereignisse seit dem Sommer 2009
noch einmal Revue passieren lassen, die nur vordergründig erstaunlichen
Widersprüche innerhalb des Regimes analysieren und der Frage nachgehen,
inwieweit der Zerfall des Unstaates Iran die Voraussetzung für einen „Regime
Change“ ist – und darüber hinaus für einen säkularisierten und
republikanischen Nahen Osten. Zudem wird er analysieren, inwieweit die
gegenwärtigen Erhebungen etwa in Ägypten, Libyen und dem Jemen mit dem
iranischen Aufstand zusammenhängen und welche Rolle bei alledem die
Außenpolitik der westlichen Staaten einnimmt.

Alex Feuerherdt ist Lektor und freier Publizist. Er schreibt u.a. für
KONKRET, die Jungle World, den Tagesspiegel sowie die Jüdische Allgemeine
und hat gemeinsam mit Thomas von der Osten-Sacken und Oliver M. Piecha das
Buch „Verratene Freiheit – Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens“
herausgegeben, das im März 2010 im Berliner Verbrecher Verlag erschienen ist
und an diesem Abend vorgestellt wird.

Mittwoch, 20. April 2011, 19:30 Uhr
Fachhochschule Köln / Südstadt
Claudiusstr. 1 / Mevissensaal

Veranstalter: AStA der Fachhochschule Köln

Nichts und niemand ist jemals vergessen!

Aufruf zur antifaschistischen Demonstration in Gedenken an Thomas “Schmuddel” Schulz am 02.04.2011 in Dortmund!

Nichts ist vergessen und nichts wird vergeben!

Vor sechs Jahren, am 28. März 2005, wurde der Punker Thomas Schulz von einem Neonazi ermordet. Inmitten der U-Bahn-Station Kampstraße in der Dortmunder Innenstadt wurde Thomas von dem damals 17-jährigen Sven Kahlin niedergestochen. Noch am selben Abend erlag Thomas im Krankenhaus seinen Verletzungen. Sein Mörder wurde daraufhin wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren verurteilt. Eine politische Motivation hatte die I. Große Strafkammer des Dortmunder Landgerichts bei Kahlin nicht erkennen können, auch wollte das Gericht nicht von Mord sprechen, da das “Mordmerkmal der Heimtücke” nicht gegeben gewesen sei.

Dortmunder AntifaschistInnen betreiben seit den Ereignissen am Ostermontag 2005 mit alljährlichen Kundgebungen, Demonstrationen und weiteren Aktionen wie Straßenumbenennungen aktive und erfolgreiche Gedenkpolitik, um auf den Mord und dessen politischen Kontext hinzuweisen. Nicht zuletzt auch der erneute Naziangriff auf die Kneipe Hirsch Q im Dezember 2010 gibt uns allen Anlass im Rahmen der Gedenkdemo auf die recht aktive Neonaziszene in Dortmund hinzuweisen und antifaschistischen Protest auf die Straße zu tragen.

Der rechte Mörder bleibt der Szene treu
Vor etwa einem halben Jahr, am 23. September 2010, ist Sven Kahlin aus der Haft entlassen worden. Nach fast genau 5 1/2 Jahren Aufenthalt in den Jugendvollzugsanstalten in Herford und Werl war er vorzeitig auf Bewährung frei gekommen. Schon während der Haftzeit waren seine weiterhin guten Kontakte zur Neonaziszene erkennbar: Als im Sommer 2007 ca. 100 Neonazis für die „Freiheit von allen nationalen politischen Gefangenen“ in Herford demonstrierten, wurde ein Grußwort Kahlins vorgetragen. Dass er sich während seiner Zeit in der JVA nicht etwa von seinen “KameradInnen” abwandte, belegt weiter seine Teilnahme an einem Neonaziaufmarsch nur kurze Zeit nach seiner Haft-Entlassung im Oktober vergangenen Jahres in Leipzig. Vielmehr hat sich Kahlins neonazistisches Gedankengut weiter gefestigt und er konnte durch seine Tat innerhalb der Hierarchie der Neonaziszene gar aufsteigen, wie sich am 23. Oktober 2010 in Hamm zeigte. Dort durfte der vor dem Mord als völlig unbedeutender rechter Mitläufer geltende Kahlin auf einem Neonaziaufmarsch ein Grußwort von der rechten Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige (HNG) verlesen. Diese betreute Kahlin während seiner gesamten Haftzeit und scheint ganze Arbeit geleistet zu haben, wie er dort in seiner Rede betonte, konnte seine neonazistische Gesinnung hinter Gittern nicht „gebrochen“ werden. Nicht zufällig trug er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner Haft ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Was sollten wir bereuen?“

Doch schon während seiner Haftzeit stand Kahlin im Fokus von AntifaschistInnen aus Dortmund. So demonstrierten zur Urteilsverkündung am 17. November 2005 ca. 80 Menschen in Dortmund spontan gegen die Entpolitisierung der Tat durch das Gericht. Und auch kurz nach seiner Haftentlassung im September 2010 zeigten ca. 250 Menschen bei einer Demonstration, dass sie Thomas nicht vergessen haben und seinem Mörder Sven Kahlin nicht vergeben werden.

Nazi-Stress in der Westfalenmetropole
Die organisierte Dortmunder Neonaziszene konzentrierte sich unterdessen im vergangenen Jahr lange Zeit auf den am 4. September geplanten Aufmarsch zum Antikriegstag. Doch wie schon 2009 übernahm wieder einmal die Polizei die Rolle des Spielverderbers, trotz Aufhebung des kurzfristigen Verbots des Aufmarschs genehmigte die Polizei nur eine Standkundgebung im abseits gelegenen Dortmunder Hafen. Der Stadtteil Dorstfeld scheint weiter fest in der Hand der Neonazis. So hielt der Zuzug von weiteren Neonazis auch 2010 an und mit dem “Nationalen Zentrum” an der Rheinischen Straße verfügt die Szene über einen Treffpunkt, welcher nicht nur für die wöchentlichen Kameradschaftstreffen genutzt wird, sondern auch für andere Veranstaltungen der Neonazis. Durch antifaschistische Intervention ist es zumindest gelungen, den Plan der Neonazis das gesamte Haus zu kaufen zu vereiteln, da die Stadt dem zuvorkam und nun Besitzer des Hauses an der Rheinischen Str. 135 ist. Dennoch ist Dorstfeld weiterhin ein Stadtteil, der von links-alternativen Menschen eher gemieden wird. Dass die Dortmunder Neonazis aber auch außerhalb Dorstfelds zur Gefahr für Menschen werden können, die nicht in ihr neonazistisches Weltbild passen, konnten im Dezember 2010 wieder einmal Gäste der Kneipe Hirsch Q erleben. In der Nacht auf Sonntag, dem 12. Dezember, waren es Neonazis der Dorstfelder Skinhead-Front, die auf brutale Art und Weise Gäste des Lokals attackierten und versuchten in die Kneipe zu gelangen. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen das Ausmaß der Gewalt, bei der von einem der Neonazis sogar ein Messer eingesetzt wird. Mitten im Mob der angreifenden Neonazis befand sich Sven Kahlin. Der mit anderen Neonazis noch in der selben Nacht festgenommene Mörder konnte auf den Aufnahmen der Überwachungskameras dabei identifiziert werden, wie er versucht die Scheiben des Lokals mit einem Stuhl einzuschlagen und gemeinschaftlich mit anderen Neonazis auf ein am Boden liegendes Opfer eintritt. Bei seiner Festnahme wurde ebenfalls ein Messer sichergestellt. Der Verstoß gegen Bewährungsauflagen scheint also offensichtlich, inwieweit das die Dortmunder Staatsanwaltschaft auch so sieht bleibt allerdings abzuwarten. Doch nicht immer haben es die Neonazis so einfach wie im Dezember. So wurde im August ein versuchter Angriff der Neonazis von engagierten Gästen der Kneipe Hirsch Q erfolgreich abgewehrt.

Voll extrem(istisch)?!
Von der Dortmunder Polizei werden Angriffe von Neonazis auf Andersdenkende regelmäßig zu „körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Personen der rechten und der linken Szene“ verklärt. Hierbei folgt die Polizeiführung streng der sog. „Extremismusformel“. Der Begriff des „Extremismus“ suggeriert hierbei, dass es eine demokratische politische Mitte gäbe, welche von zwei – in gleichem Maße gefährlichen – politischen Extremen bedroht wird. Eine Differenzierung zwischen politischen Einstellungen und Zielen erfolgt nicht. So werden Linke und Neonazis durch den Extremismusbegriff gleichgesetzt, was dazu führt, dass Gewalt und Strukturen von Neonazis entkontextualisiert und somit verharmlost werden. Der Extremismusbegriff hilft dem Staat und seinem Gewaltmonopol, antifaschistische Aktivitäten, welche Neonazis die Handlungsspielräume nehmen wollen, zu delegitimieren. Die „Extremismusformel“ trägt auch dazu bei, dass rechte Einstellungen wie Antisemitismus, Rassismus und autoritäre Ordnungsvorstellungen als “rechtsextreme” Randphänomene abgetan werden und nicht mehr als Ideologien wahrgenommen werden, die in der Gesellschaft unabhängig von sozialer Herkunft oder Parteipräferenz fest verankert sind. „Extremistische“ Positionen und Ideologien fallen im Weltbild der ExtremismustheoretikerInnen also nicht auf, solange sie mit dem geltenden nationalen Konsens harmonieren bzw. von ProtagonistInnen und Organisationen der selbst definierten Mitte der Gesellschaft vertreten werden. Dass der Staat gegen seine politischen Feinde vorgeht, lässt sich allerdings nicht normativ kritisieren, es ist weder richtig noch falsch, sondern einfach nur logisch. Wer radikale staats- und gesellschaftskritische Haltungen einnimmt und wem es ernst ist mit der Abschaffung von Kapitalismus, Staat und Nation, muss damit rechnen, dass der Staat ihn als Feind betrachtet, ihn politisch delegitimiert und auch mit repressiven Methoden angreift.

Von zivilgesellschaftlicher Symbolpolitik …
Die Tatsache, dass allzu häufig immer noch weggeschaut wird, wenn Neonazis ihre menschenverachtende Hetze verbreiten, zeigt, von welch großer Notwendigkeit die Kontinuität antifaschistischer Arbeit auch in Dortmund ist. Wenn BürgerInnen kurzfristig vom Medienrummel angetrieben im September auf die Straße gehen und gegen Neonazis demonstrieren, darüber hinaus aber keinerlei Interesse an sonstigen antifaschistischen Aktivitäten zeigen, ist das nicht ausreichend. Es ist hingegen bezeichnend für die örtlichen zivilgesellschaftliche AkteurInnen, dass die Dortmunder Nazis ihnen nur dann ein Dorn im Auge sind, wenn sie durch ihre gewalttätigen Aktionen wieder mal den Medienfokus und die negative Berichterstattung auf Dortmund ziehen. Ausschließlich dann finden Mahnwachen oder andere medienwirksame Aktionen statt, die nichts weiter als Symbolpolitik sind und nur der Selbstvergewisserung dienen, doch etwas “gegen Rechts” zu unternehmen. Der rechte Alltag stört hingegen nur wenige: “Kameradschaftstreffen”, Flugblattaktionen und Infoveranstaltungen von Neonazis werden allenfalls von autonomen AntifaschistInnen beobachtet und gelegentlich zum Ziel handfester Politik. Auch bei Solidaritätsaktionen wegen den zahlreichen Neonazi-Überfallen auf die Hirsch Q bleiben gemeine BürgerInnen lieber fern.

… und der Notwendigkeit eines konsequenten Antifaschismus!
Gewiss ist es gelungen, in den letzten Jahren Erfolge zu erarbeiten. Wir sind jedoch noch lange nicht zufrieden. Anti-Nazi-Arbeit wird in Dortmund solange vonnöten sein, wie Neonazis offen und ungehindert im Stadtbild in Erscheinung treten können. Dabei gilt es, die politische Arbeit auf alle Lebensbereiche auszubreiten und Freiräume zu erkämpfen und diese zu verteidigen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ohne funktionierende Antifa-Strukturen die Neonazis in Dortmund schon längst den Ton angeben würden und die Gewalt gegenüber Menschen, die nicht in ihr antisemitisches und rassistisches Weltbild passen, weiter zugenommen hätte. Wer es jedoch mit der Bekämpfung und Kritik all jener Ideologien, welche Auschwitz möglich machten, ernst meint, für den kann die Lösung nur ein konsequenter Antifaschismus sein. Dieser muss das aktive Erinnern an vergangene sowie aktuelle Verbrechen von Neonazis mit einbeziehen und sich eine stetige Bekämpfung von Neonazis zum Ziel machen. Zudem gilt es jegliche Verhältnisse, welche Neonazis und rechte Einstellungen überhaupt erst ermöglichen, abzuschaffen.

Kommt zur antifaschistischen Demonstration:
02.04.2011 | 16:00 h | Dortmund | Hauptbahnhof (Vorplatz)

Es bleibt dabei: Nichts und niemand ist jemals vergessen!
Kein Vergessen den Opfern neonazistischer Gewalt!
Gegen Neonazis und rechte Gewalt!

„Tal der Wölfe – Palästina“ im UCI Kino in Hürth

Seit dem 27.01.2011 zeigt das UCI Kino als einziges Kino im Kölner Umland den antisemitischen Film „Tal der Wölfe – Palästina“. Der Film greift dabei die Ereignisse rund um die Mavi Marmara von 2010 auf und beschreibt realitätsfern die angeblichen Vorgänge an Bord. Anschließend reisen der Protagonist „Polat Alemdar“ und sein Team nach Israel ein, um den tot von 9 türkischen „Aktivisten“ zu rächen.
Die Georg Weerth Gesellschaft aus Köln hat dazu einen sehr interessanten und guten Text verfasst:

Das Tal der Türken, oder:
Ne mutsuz türkum diyene (1)
Zum Kinostart von „Tal der Wölfe: Palästina“ in Deutschland

Der unverwechselbare, individuelle Mensch stirbt aus, wenn es ihn je wirklich gegeben hat. Jeder und jede ist insofern austauschbar, als dass seine Lohnarbeit – sofern er noch eine hat – und seine sozialen Funktionen jederzeit vom Nächstbesten übernommen werden könnten. Die Einzelnen leben unter dem Eindruck einer prinzipiellen Überflüssigkeit und Abhängigkeit vom unberechenbaren Gott dieser Welt, dem Kapital, und seinem herrschsüchtigen Propheten, dem Staat. Die Menschen verbeugen sich – unabhängig von ihrem jeweiligen Glauben – regelmäßig vor den Geldautomaten, der wahren Qibla (2), und kämpfen in einem Heiligen Krieg aller gegen alle, in einem trostlosen Wettbewerb um Arbeitsplätze, Ausbildungsstellen, Beförderungen usw. Da sie wissen, dass sie in diesem Kampf allein nicht auf Dauer bestehen können, rotten sie sich, meistens ihren jeweiligen Traditionen folgend, zu Familien, Klans, Stämmen, Nationen, Religionsgemeinschaften zusammen, zu irgendeiner Art von „Wir“, das sie vor der Erfahrung der Ohnmacht schützen soll.

Doch der Preis für dieses schützende „Wir“ kann sehr hoch sein: Es lässt sich zunehmend beobachten, dass so manches „Wir“ – hier sei vor allem die islamische Identität genannt – die totale Unterwerfung des „Ich“ verlangt, und es gibt nicht wenige „Ichs“, denen es zur Lust geworden ist, sich selbst durchzustreichen und die sogar in der Unterwerfung (arab. islām), von (Selbst-)zerstörungswut angetrieben, mehr oder weniger bewusst den erlösenden Tod suchen, nach dem sie sich sehnen. Die Gemeinschaft, von der man sich Anerkennung und Respekt erhofft, verlangt dafür Anpassung und Gehorsam. Die Ehre, die man für sein Rückgrat hält, erniedrigt und verkrüppelt einen erst recht, weil man dafür als Individuum die Würde opfert.

Unter den zahlreichen Zusammenrottungen von Einsamen ist jene mit der Selbstbezeichnung „Türke“ eines der erbärmlichsten, bedauernswertesten, aber deshalb nicht weniger gefährlichen Identitätsangebote – dies gilt insbesondere bei Menschen, die sich in Deutschland aufhalten. Sich als „Türke“ zu definieren bedeutet aktuell unglücklich, unmündig und auch noch stolz darauf zu sein und zumindest seit der Gründung der Türkischen Republik 1923 schließt es immer auch die Feindschaft gegen „ausländische Mächte“ (mal Griechenland, mal Russland, mal der ganze Westen), „innere Feinde“ (wie Aziz Nesin, Hrant Dink, oder die Ergenekon-Verschwörer) und seit längerem schon  zunehmend „Ungläubige“, das heißt Christen und Juden, ein.
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Termine im Januar!

Im Januar finden einige interessante Veranstalltungen in der Umgebung statt!

Bericht aus den Städten: Die extreme Rechte im Rhein – Erft – Kreis

Am Beispiel von extrem rechten Gruppen im Rhein-Erft-Kreis werden Einstellungsebenen und Verhalten ihrer ProtagonistInnen untersucht.
Inhalte der rechtspopulistischen „Bürgerbewegung pro NRW“ werden dabei ebenso thematisiert wie moderne Erscheinungsformen der breit gefächerten Naziszene. An Hand von Musik und Propaganda der rechten Szene soll ein umfassender Einblick in die „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ ermöglicht werden, die auf viele Jugendliche faszinierend wirkt. Auch im Hinblick auf Euskirchen und die Eifel kann im Anschluss diskutiert werden, welche Gemeinsamkeiten es zwischen der extremen Rechten im Rhein-Erft-Kreis und jener in der Eifel gibt, um sich letzendlich auch der Frage nach Präventions- und Interventionsmöglichkeiten gegen Rechtsextremismus zu widmen.


Bericht aus den Städten: Die extreme Rechte im Rhein – Erft – Kreis | Donnerstag | 06. Janur 2011
19.00 Uhr | Cityforum Euskirchen | Hochstraße 39

Vortrag und Diskussion mit Karl Pfeifer

Dass der Rechtsextremismus in Ungarn kein randständiges Phänomen ist, wurde spätestens mit den Parlamentswahlen im April dieses Jahres deutlich: Das Wahlbündnis der völkischen Partei Fidesz errang eine Zweidrittel-Mehrheit, und die rechtsextreme Partei Jobbik konnte erstmalig ins Parlament einziehen ? als drittstärkste Kraft.

Karl Pfeifer wird in seinem Vortrag die Entwicklung in Ungarn nachzeichnen, die Abhängigkeiten und Differenzen zwischen Fidesz und Jobbik darstellen sowie die Konsequenzen des Wahlausgangs analysieren.

Karl Pfeifer (*1928) lebt als Journalist und Autor in Wien. Seine Beträge erscheinen unter anderem in der Budapester Wochenzeitung Hetek und der Berliner Wochenzeitung Jungle World. Er gilt als ausgewiesener Kenner der rechten Szene in Ungarn und engagiert sich seit Jahrzehnten gegen die FPÖ.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem AStA der FH Köln, shutdown! Köln und der Gruppe Casablanca.

Vortragsveranstaltung | Mittwoch | 12. Januar 2011 | 19:30 Uhr |
Mevissensaal der Fachhochschule Köln | Claudiusstr.1 (Köln-Südstadt)

Lebenswege des Journalisten Karl Pfeifer

Film über das Leben von Karl Pfeifer mit anschliessender Diskussion
1938 flüchtet Karl Pfeifer als Zehnjähriger mit seiner Familie aus Österreich, zunächst nach Ungarn. Vier Jahre später erreicht er Palästina mit einem der letzten Kindertransporte des Hashomer Hatzair. Er lebt im Kibbuz, kämpft im Israelischen Unabhängigkeitskrieg und kehrt Anfang der 50er Jahre nach Österreich zurück.

„In Österreich angekommen musste ich bei der Staatspolizei vorsprechen… Heimkehrer seien in Österreich nur die, die in der Wehrmacht bzw. in der Waffen SS gedient haben.“

Der Film begleitet Karl Pfeifer an zentrale Orte seines Lebensweges. Orte, an denen er antisemitischen Angriffen ausgesetzt war. Orte, an denen er seine politischen Einstellungen schärfte. Seinen Lebenswegen zu folgen bedeutet jedoch auch den Bahnen und Verstrickungen des österreichischen Antisemitismus zu folgen.

Karl Pfeifer wird an diesem Abend zu Gast sein, um nach dem Film Fragen des Publikums zu beantworten.

Filmvorführung | Donnerstag | 13. Januar 2011 |
Studiobühne der Uni Köln | Universitätsstraße 16 a |
Einlass 19.00 Uhr | Beginn 20.00 Uhr

Veranstalter:
Allgemeine Studierendenausschüsse der Fachhochschule und der Universität Köln

Unterstützt von:
Antifa AK Köln, NS-Dokumentationszentrum Köln, shutdown! Köln, SprecherInnenrat der Philosophischen Fakultät Köln, Studiobühne Köln

Shut yourself down! Bar

Ab 2011 wird die shut yourself down! Bar jeden dritten Freitag des Monats im Cafe der LC36 stattfinden. Vorher werden wir jedes mal einen Film zeigen. Außerdem wird es unregelmäßige Specials wie DJ’s und/oder Cocktails geben.

Das erste mal wird dies am 21.01.2011 stattfinden.
Wir zeigen ab 19 Uhr den Film „Casablanca“ und bieten danach als Getränkespecial Caipirinhas an!

shut yourself down! Bar | Freitag | 21. Janur 2011
19.00 Uhr | LC36 | Ludolf-Camphausen Straße 36

What´s going on?

Wir, die Antifa Hürth haben uns im November 2010 gegründet. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, nach mehr als 2 Jahren ohne aktive antifaschistischen Strukturen, diese in und um Hürth neu aufzubauen. Dabei machen wir einen Spagat aus Theorie, Praxis und Aufklärungsarbeit. Wir betrachten dies als dringend notwendig, da trotz offensichtlichen rechten Aktivitäten, dies von der Bevölkerung nicht nur ignoriert, sondern auch geduldet wird. Sei es in Form von Stickern oder von Flyer verteil Aktionen.

Jeder der sich angesprochen fühlt, sich in unserer Gruppe zu engagieren, ist dazu gerne Eingeladen. Schreibt uns einfach eine Email an antifahuerth@riseup.net oder benutzt unser Kontaktformular.

Antifa Hürth, im November 2010